UNSERE NÄCHSTE SONDERAUSSTELLUNG (ab 05.02.2020):

Zeitzeugen und Pioniere der Mundartdichtung. Jonas Breitenstein und sein Vorbild Johann Peter Hebel

05.02.2020–14.06.2020

In seiner neuen Sonderausstellung präsentiert das Dichter- und Stadtmuseum Dichterblicke auf das Baselbiet, die Schweiz und Europa im 19. Jahrhundert, die einen spannenden Kontrast zur Gegenwart bilden und doch zuweilen vertraut anmuten. Tauchen Sie in die Lebenswelt der Menschen vor zweihundert Jahren ein!
Die Doppelausstellung zeigt einerseits die vom Dreiländermuseum und vom Hebelbund Lörrach konzipierte Wanderausstellung ‹Schweizerreise – Johann Peter Hebel als Aufklärer› und ergänzt diese in einem zweiten Teil durch eine Auswahl von Handschriften, Briefen und Zeichnungen aus dem Nachlass des Baselbieter Dichterpfarrers und Hebelbewunderers Jonas Breitenstein (1828–1877).

1805 reise Johann Peter Hebel (1760–1826) als Begleiter der beiden Söhne des Freiherrn von Mentzingen durch die Schweiz und hielt seine Beobachtungen in einem Reisetagebuch fest. Seine Aufzeichnungen bieten bemerkenswerte Einblicke in eine Zeit, als Napoleon über grosse Teile Europas herrschte, und in ein Land, das damals bei vielen als Hort der Freiheit galt und sich anschickte, zu einem bevorzugten Ziel des frühen europäischen Tourismus zu werden.
Hebel war damals aufgrund seiner ernorm erfolgreichen ‹Alemannischen Gedichte› (1803/04) so etwas wie der Shooting Star der deutschsprachigen literarischen Welt.

Der Dichterpfarrer und Armenpfleger Jonas Breitenstein veröffentlichte als erster Baselbieter Bücher in seiner Mundart und gilt bis heute als einer der bedeutendsten Autoren des Kantons Baselland.
Sein Nachlass wird vom Dichter- und Stadtmuseum bewahrt und wurde von Freiwilligen bis 2018 komplett erschlossen und inventarisiert. So konnte Breitensteins Gesamtwerk von einem Projektteam unter Leitung des DiSTL und des Ortsmuseums Binningen in drei Bänden und einem Dokumentenband neu herausgegeben werden. Die Neuerscheinungen samt zwei Hörbüchern haben das Interesse an Jonas Breitenstein über die Region hinaus neu geweckt. 

Die Ausstellung zeigt unter anderem Zeugnisse für Breitensteins Verbundenheit mit Hebel und für seine Reisen durch Deutschland 1851 anläslich zweier Auslandsemester an der Universität Göttingen. An Hörstationen sind auch Auszüge aus dem Werk der beiden bedeutenden Literaten zu hören.
Die Werke Breitensteins und die Hörbücher sind im Museumsladen, unter mail@dichtermuseum.ch oder auf Bestellung im Buchhandel erhältlich:

  • Jonas Breitenstein: Geschichten und Dichtungen, Band 1: `S Vreneli us der Bluemmatt / Gedichte / Die Baselfahrt. Verlag Ortsmuseum Binningen und Dichter- und Stadtmuseum Liestal, 2013. ISBN-Nr. 978-3-033-04272-8
  • Jonas Breitenstein: Geschichten und Dichtungen, Band 2: Der Her Ehrli /
    Gedichte / Der Herbstmäret in Liestal / Der Vetter Hansheiri im Mätteli / Ein gemachter Mann / Die Geschichte vom Vikterli und seiner Frau
    Verlag Ortsmuseum Binningen und Dichter- und Stadtmuseum Liestal, 2014. ISBN-Nr. 978-3-033-04647-4
     
  • Jonas Breitenstein: Geschichten und Dichtungen, Band 3: Jakob, der Glücksschmied / Die Geschichte vom Storzefried und vom Häfelibäbi / Gedichte / Drei weitere Erzählungen / Bericht über fünf Jahre Amtszeit in Binningen. Verlag Ortsmuseum Binningen und Dichter- und Stadtmuseum Liestal, 2015. ISBN-Nr. 978-3-033-05238-3
  • Jonas Breitenstein: Ein Leben in Briefen und Dokumenten, Band 4: Briefe 1846 –1885 / Literarisches aus dem Nachlass. Verlag Ortsmuseum Binningen und Dichter- und Stadtmuseum Liestal, 2018. ISBN-Nr. 978-3-033-06820-9
  • Jonas Breitenstein: ‹’S Vreneli us der Bluemmatt›. Hörbuch, gelesen von Remigius Suter und Sebastian Mattmüller. Verlag Ortsmuseum Binningen und Dichter- und Stadtmuseum Liestal, 2018. ISBN-Nr. 978-3-033-06985-5
  • Jonas Breitenstein: ‹Der Her Ehrli›. Hörbuch, gelesen von Remigius Suter und Sebastian Mattmüller. Verlag Ortsmuseum Binningen und Dichter- und Stadtmuseum Liestal, 2018. ISBN-Nr. 978-3-033-06986-2

Sponsoring

Die Ausstellung ‹Zeitzeugen und Pioniere der Mundart› wird unterstützt von:

Basellandschaftlicher Armenerziehungsverein AEV

Basler Hebelstiftung

Ernst und Herta Koller-Ritter-Stiftung

Gemeinnützige Gesellschaft Baselland

Wir danken allen Sponsoren ganz herzlich für ihre grosszügige Unterstützung!

 

 

Neupräsentation der Dauerausstellung zu Emma und Georg Herwegh.
Ab Dienstag, 30. Mai 2017:

Dinge erzählen Geschichte(n): Jubiläumsprojekt zum 200. Geburtstag von Emma und Georg Herwegh

Ihr Leben liest sich wie ein fesselnder Roman: Georg Herwegh, ein junger Stuttgarter Dichter im Schweizer Exil, erlebte 1841 einen rasanten Aufstieg zum literarischen Superstar und zur Symbolfigur einer jungen, bürgerlichen Generation, die nach Demokratie strebte. Die Berliner Bürgerstochter Emma Siegmund, die nach einer Wirbelwindromanze zu Emma Herwegh wurde, war eine unkonventionelle und tatkräftige Frau; sie führte einen Salon in Paris, zog aber auch in Männerkleidern und mit Pistolen bewaffnet mit ihrem Mann in die Revolution von 1848.

Das Ehepaar lebte ein turbulentes und intensives Leben, erfuhr internationale Berühmtheit, aber auch bittere Armut. In ihren Salons in Paris und Zürich ging die kulturelle und politische Elite ihrer Zeit ein und aus. Ihr Nachlass, der vom Dichter- und Stadtmuseum gepflegt und teilweise ausgestellt wird, breitet ein wahres Panorama des 19. Jahrhunderts aus, in das man fasziniert eintauchen kann.

Im Jubiläumsjahr 2017 möchte das Dichter- und Stadtmuseum dieses Panorama, das vom täglichen Leben bis zu den Künsten und Wissenschaften, von Familienangelegenheiten bis zur Politik reicht, neu zugänglich machen und spannend präsentieren. Neu erhalten die Besucher ein Tablet für die Dauer ihres Museumsbesuchs, mit dem sie die Herwegh-Ausstellung selbständig entdecken können. Die Exponate können auf der Benutzeroberfläche einfach angeklickt werden; ihr Bild lässt sich heranzoomen, sodass man Manuskripte mitlesen, Pinselstriche verfolgen oder eine Herstellerbezeichnung entziffern kann. Zusätzlich erzählen die Dinge aber auch Geschichten: Von der Pariser Februarrevolution von 1848, von Liebesbriefen oder vom Gefängnisausbruch Felice Orsinis – an packendem Material herrscht kein Mangel.

Die vom Basler Schauspieler Mario Fuchs eingelesenen Geschichten sind als Audiodateien abrufbar. Wer Hörbücher mag, wird sich mit Vergnügen von Geschichte zu Geschichte treiben lassen. Wer lieber liest, findet auch alle als Texte. Und eine Quiz-Schnitzeljagd, die Ihr neues Wissen testet, bietet einen amüsanten Abschluss des Museumsbesuchs.

 

Das Jubiläumsprojekt ‹Dinge erzählen Geschichte(n)› wird unterstützt von:

- Swisslos Basel-Landschaft 

- Jubiläumsstiftung der Basellandschaftlichen Kantonalbank

- Sulger-Stiftung

- Ruth und Paul Wallach Stiftung

- Werner Hasenböhler Stiftung