AKTUELLE SONDERAUSSTELLUNG:

Samstag, 18. August bis Donnerstag, 27. Dezember 2018

© Archäologie und Museum Baselland, Fotograf: Theodor Strübin

‹Archäologie in Kinderschuhen›. Wie Liestaler Schulkinder die römische Villa Munzach ausgruben.

In Zusammenarbeit mit der Munzachgesellschaft Liestal. Erarbeitet vom Atelier Degen & Meili.

© Archäologie und Museum Baselland, Fotograf: Theodor Strübin

Als die Munzachquelle im Jahr 1950 neu gefasst wurde, entdeckte der Primarlehrer Theodor Strübin in der Baugrube römische Ziegel und Säulentrümmer. In den folgenden vier Jahren legte er mit der Hilfe von Liestaler Schulkindern auf dem Gebiet neben der Psychiatrie Baselland einen grossen römischen Gutshof frei, die Villa Munzach.

© Archäologie und Museum Baselland, Fotograf: Theodor Strübin

Die Ausgrabung wurde zur Sensation: Spektakuläre Objekte wie Mosaikböden und kunstvolle Figuren kamen zum Vorschein. In ihrer Blütezeit im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. war die ‹Villa Munzach› eine der grössten bisher bekannten Villenanlagen im Gebiet der heutigen Schweiz. Sie umfasste ein luxuriöses Herrenhaus mit Bodenheizung und Badeanlagen sowie eine Anzahl von Ökonomiegebäuden und erstreckte sich über eine Länge von etwa 320 Metern.

Die ‹Munzach-Villa› löste in der Bevölkerung eine Welle der Begeisterung aus. Von 1951 bis 1954 eilten in den Sommerferien und an freien Tagen viele Schulkinder herbei, um bei der Grabung zu helfen. Durch Medienberichte erlangten die ‹Munzachkinder› gar nationale Bekanntheit.

© Archäologie und Museum Baselland, Fotograf: Theodor Strübin

Heute sind die ‹Munzachbuebe› und ‹Munzachmeitli› im Pensionsalter. In der Ausstellung anlässlich des 30. Todestags von Theodor Strübin kommen sie als Zeitzeugen in Videoinstallationen zu Wort: Sie erzählen von spannenden Erlebnissen bei der Ausgrabung, ihrer Faszination für die Römer und erinnern an ihren passionierten Lehrer Theodor Strübin. Historische Fotografien ermöglichen fesselnde Einblicke in die Arbeitsweise Strübins und die Fortschritte der Grabung, aber auch in sozialhistorische Aspekte – so wurden etwa die ‹Munzachmeitli› für andere Aufgaben eingesetzt als die Jungen.

Die Ausstellung zeigt also nicht nur ein Stück Geschichte, das zu den Biographien vieler Liestaler und Liestalerinnen gehört, sondern verankert dieses auch in vielschichtigen historischen Kontexten.

© Archäologie und Museum Baselland, Fotograf: Theodor Strübin

Ein Beispiel dafür ist die Professionalisierung der Archäologie, die seit den 1950er-Jahren stattgefunden hat. Strübins Methoden werden mit den heutigen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für eine Ausgrabung verglichen und die Anfänge der Archäologie Baselland nachgezeichnet.

Ein Rahmenprogramm mit Podiumsdiskussionen und einem Mosaik-Workshop für Kinder und Erwachsene rundet die Ausstellung ab.

Sponsoring

Die Ausstellung ‹Archäologie in Kinderschuhen› wird unterstützt von:

Swisslos-Fonds Baselland

Jubiläumsstiftung der Basellandschaftlichen Kantonalbank

Stadt Liestal

 

Gönnerverein des Dichter- und Stadtmuseums
Stiftung Museen Basel-Landschaft
Werner Hasenböhler Stiftung

Wir danken allen Sponsoren für ihre grosszügige Unterstützung!

 

 

UNSERE NÄCHSTE SONDERAUSSTELLUNG:

‹Poesie und Politik›. Ausstellung zum 100-Jahr-Jubiläum der Nobelpreisverleihung an Carl Spitteler

Carl Spitteler (1845–1924) ist der einzige gebürtige Schweizer Literaturnobelpreisträger, seine Werke gehören zu den grossen Klassikern der Schweizer Literaturgeschichte. Der in Liestal geborene Dichter, der auch einen Grossteil seiner Kindheit in der Stadt verbrachte, ist eine der bedeutendsten historischen Persönlichkeiten der Region.

Das Dichter- und Stadtmuseum gehört zu den wichtigsten Orten der Erinnerung an Spitteler. Während die Manuskripte und Briefe des Dichters im Schweizerischen Literaturarchiv in Bern eingesehen werden können, pflegt das Museum die andere Hälfte seines umfangreichen Nachlasses und stellt einen Teil davon in der Dauerausstellung aus: Spittelers Schreibitsch im Originalzustand, persönliche Objekte und Erinnerungsstücke, Fotografien, Gemälde und vieles mehr.

Für die Jubiläumsausstellung werden darüber hinaus viele bisher nie gezeigte Objekte des Nachlasses aus dem Museumsarchiv ausgestellt. Sie zeigen Spitteler als Schriftsteller, informieren über seine Arbeitsweise und Werke, lassen ihn aber auch als Menschen lebendig werden – als Sohn, Ehemann, Familienvater und Freund.

Die Original-Nobelpreismedaille Spittelers, die aufgrund ihres hohen Wertes für gewöhnlich im Tresor liegt, wird im Jubiläumsjahr erstmals öffentlich präsentiert. Ihre Seltenheit und Strahlkraft zieht die Aufmerksamkeit von Gross und Klein auf sich und macht sie zu einem Highlight der Ausstellung, an das man sich noch lange erinnert.

Historisch Interessierte werden die Dokumentation zu Spittelers Rede ‹Unser Schweizer Standpunkt› in den ersten Monaten des Ersten Weltkriegs schätzen. Der Propaganda der kriegsführenden Mächte, die einen Anschluss der Schweiz an ihre Sache verlangten und durchaus auf Sympathien stiessen, setzte Spitteler seine berühmte, rhetorisch ausgefeilte Analyse zur Lage der Schweiz entgegen.

Spittelers Literatur lässt sich in der Ausstellung auf verschiedene Weise erleben: Original-Manuskripte aus dem Schweizerischen Literaturarchiv führen Spittelers Arbeitsweise vor Augen, Zitate berühmter Zeitgenossen belegen seinen Einfluss auf die Literaturgeschichte und sein Schreibtisch ist voller Gegenstände, die von ihrem Besitzer erzählen.

Man kann es sich aber auch auf dem Sofa der Leseinsel mit einem Buch Spittelers gemütlich machen, sich mithilfe von Textausschnitten über sein Gesamtwerk informieren oder sich auf den Museumstablets Geschichten anhören. Eine Rap-Paraphrase von Spittelers ‹Olympischem Frühling› durch den Basler Rapper Black Tiger an Hörstationen gibt dem schwierigen Werk ein frisches, überzeugendes Gesicht.

Spittelers Kindheit und Jugend in Liestal, seine Familie und seine Verbundenheit mit der Region bilden den abschliessenden Teil der Ausstellung. Doch dieser Abschluss ist zugleich ein Anfang: Besucherinnen und Besucher können direkt aus dem Museum zu einem ca. 45-60 min. langen Spaziergang durch Liestal aufbrechen, geleitet von einer App auf dem Handy oder einem kleinen Stadplan.

Der Rundgang führt zu den wichtigsten Stätten von Spittelers Jugend wie dem Geburtshaus und dem ehemaligen Pfarrhaus, jedoch auch zu Orten der Erinnerung wie dem bedeutenden Spitteler-Denkmal des Bildhauers August Suter.

 

Die Jubiläumsausstellung ist Teil des Projekts ‹Zeitenwende 1918/19› des Netzwerks Museen (Link). Das begleitende Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung (siehe hier) wurde mit dem Verein ‹Carl Spitteler – 100 Jahre Literaturnobelpreis 1919–2019› koordiniert, der schweizweit Spitteler-Veranstaltungen im Jubiläumsjahr fördert (Link).

Sponsoring

Die Ausstellung ‹Poesie und Politik› zum 100-Jahr-Jubiläum der Nobelpreisverleihung wird unterstützt von:

Swisslos-Fonds des Kantons Basel-Landschaft

Swisslos-Fonds des Kantons Basel-Stadt

Jubiläumsstiftung der Basellandschaftlichen Kantonalbank

Stadt Liestal

Stiftung Museen Basel-Landschaft

Sulger-Stiftung
Stiftung Wolf
Werner Hasenböhler Stiftung
Gönnerverein des Dichter- und Stadtmuseums

Wir danken allen Sponsoren ganz herzlich für ihre grosszügige Unterstützung!

 

Neupräsentation der Dauerausstellung zu Emma und Georg Herwegh.
Ab Dienstag, 30. Mai 2017:

Dinge erzählen Geschichte(n): Jubiläumsprojekt zum 200. Geburtstag von Emma und Georg Herwegh

Ihr Leben liest sich wie ein fesselnder Roman: Georg Herwegh, ein junger Stuttgarter Dichter im Schweizer Exil, erlebte 1841 einen rasanten Aufstieg zum literarischen Superstar und zur Symbolfigur einer jungen, bürgerlichen Generation, die nach Demokratie strebte. Die Berliner Bürgerstochter Emma Siegmund, die nach einer Wirbelwindromanze zu Emma Herwegh wurde, war eine unkonventionelle und tatkräftige Frau; sie führte einen Salon in Paris, zog aber auch in Männerkleidern und mit Pistolen bewaffnet mit ihrem Mann in die Revolution von 1848.

Das Ehepaar lebte ein turbulentes und intensives Leben, erfuhr internationale Berühmtheit, aber auch bittere Armut. In ihren Salons in Paris und Zürich ging die kulturelle und politische Elite ihrer Zeit ein und aus. Ihr Nachlass, der vom Dichter- und Stadtmuseum gepflegt und teilweise ausgestellt wird, breitet ein wahres Panorama des 19. Jahrhunderts aus, in das man fasziniert eintauchen kann.

Im Jubiläumsjahr 2017 möchte das Dichter- und Stadtmuseum dieses Panorama, das vom täglichen Leben bis zu den Künsten und Wissenschaften, von Familienangelegenheiten bis zur Politik reicht, neu zugänglich machen und spannend präsentieren. Neu erhalten die Besucher ein Tablet für die Dauer ihres Museumsbesuchs, mit dem sie die Herwegh-Ausstellung selbständig entdecken können. Die Exponate können auf der Benutzeroberfläche einfach angeklickt werden; ihr Bild lässt sich heranzoomen, sodass man Manuskripte mitlesen, Pinselstriche verfolgen oder eine Herstellerbezeichnung entziffern kann. Zusätzlich erzählen die Dinge aber auch Geschichten: Von der Pariser Februarrevolution von 1848, von Liebesbriefen oder vom Gefängnisausbruch Felice Orsinis – an packendem Material herrscht kein Mangel.

Die vom Basler Schauspieler Mario Fuchs eingelesenen Geschichten sind als Audiodateien abrufbar. Wer Hörbücher mag, wird sich mit Vergnügen von Geschichte zu Geschichte treiben lassen. Wer lieber liest, findet auch alle als Texte. Und eine Quiz-Schnitzeljagd, die Ihr neues Wissen testet, bietet einen amüsanten Abschluss des Museumsbesuchs.

 

Das Jubiläumsprojekt ‹Dinge erzählen Geschichte(n)› wird unterstützt von:

- Swisslos Basel-Landschaft 

- Jubiläumsstiftung der Basellandschaftlichen Kantonalbank

- Sulger-Stiftung

- Ruth und Paul Wallach Stiftung

- Werner Hasenböhler Stiftung