Archiv Sonderausstellungen

30.09.2016 bis 13.11.2016

 

ESPACE/ESCAPE
Eine Bilderausstellung von Patrick Roos

Es sind nicht Landschaften, die Patrick Roos auf seinen grossen Formaten abbildet. Er gestaltet Räume, die sich ausdehnen und überlagern; Weiten, die zersplittern oder nach einer ausbalancierten Bewegung zum Stillstand gekommen sind. Horizonte verwuchern zu Rhizomen. Es ist eine Erzählung von Aufscheinen und Verschwinden. Patrick Roos, geboren 1956, lebt und arbeitet in Liestal und in den Vogesen.

12.12.2015 bis 18.09.2016



Golden Fifties – Groove und Mief eines Jahrzehnts

Wirtschaftswunder und Koreakrieg, Elvis Presley und Maria Callas, Marilyn Monroe und Heinz Rühmann, Western und Heimatfilme – die 1950er-Jahre rufen heute unterschiedlichste Assoziationen hervor. Das Dichter- und Stadtmuseum widmete dieser Dekade vom 12. Dezember 2015 bis zum 18. September 2016 die Sonderausstellung «Golden Fifties – Groove und Mief eines Jahrzehnts».

Im Zentrum stand die breit gefächerte Dokumentensammlung des Psychiaters und Antiquars Peter Graf. Illustrierte Zeitschriften, Kalender, Benimm- und Aufklärungsbücher, aber auch Möbel und Alltagsgegenstände, Videostationen und Touchscreens fingen den Groove und den Mief dieser Zeit gleichermassen ein.

An vier Abenden lebten die «Golden Fifties» wieder auf: Baselbieter Zeitzeugen berichteten in einem Gespräch von ihren Jugendjahren in den 1950ern. An einem Filmabend ermöglichten ausgewählte Super8-Filme Einblicke in das damalige Leben. Die Sängerin Sylvia Heckendorn führte uns in die verrauchten Cabarets und gab den Liedern von Edith Piaf, Zarah Leander oder Hildegard Knef eine Stimme. Peter Graf las Geschichten über seine Kindheit in den 50er-Jahren. Während der Sonderausstellung wurde dieses Jahrzehnt auch ausser Haus dank Spezialangeboten von Partnerinstitutionen zu neuem Leben erweckt: im Kino, auf Wurlitzer-Musikautomaten, im Restaurant und auf Rundgängen durch Liestal wurde man in die «Golden Fifties» zurückversetzt.

 

5.4.2014 bis 15.11.2015


LIVE - Literatur auf der Bühne


Spoken Word und Mundart-Rap sind heute in aller Munde. Begonnen hat der Siegeszug der Mundart auf den Schweizer Literatur- und Hip-Hop-Bühnen vor rund 20 Jahren. 1991 konfrontierte der Basler Rapper Black Tiger sein Publikum erstmals mit Mundart-Reimen und ebnete damit den Weg für viele weitere Hip-Hop-Künstlerinnen und -Künstler. 1995 nahm der Lyriker Christian Uetz als erster Schweizer an einem Poetry Slam in den USA teil - heute ist dieses Format aus der hiesigen Literaturszene nicht mehr wegzudenken.

Filmbeiträge, Tonmaterial und Leihgaben von Verlegern, Produzenten und den Schreibenden selber gewährten einen Überblick über die kontinuierliche Ausbreitung und Rezeption von Spoken Word und Mundart-Rap in der Deutschschweiz. Zugleich veranschaulichte die Ausstellung die thematische Vielfalt dieser Genres.
Der individuelle Zugang zur Literatur auf der Bühne war ebenfalls Thema der Ausstellung. Die Spoken-Word-Künstler Hazel Brugger, Guy Krneta, Sandra Künzi, Pedro Lenz, Beat Sterchi und Gabriel Vetter sowie die Mundart-Rapper Big Zis, Black Tiger, Kutti MC, Steff la Cheffe und Andri Perl sprachen über den Zusammenhang von Schreiben und Sprache, über ihre Inspiration und den Reiz, mit ihren Texten vor Publikum aufzutreten.

Zwei Interventionen in der Dauerausstellung des DiSTL erweiterten die Sonderausstellung LIVE: Auszüge aus Carl Spittelers Werk erfuhren eine Neuinterpretation, zum einen das Versepos Olympischer Frühling durch den Basler Rapper Black Tiger, zum anderen Balladen durch eine Liestaler Schulklasse.
Ein reichhaltiges Rahmenprogramm mit einer Auswahl herausragender Rap- und Spoken-Word-Künstlerinnen und -Künstler aus dem gesamten deutschsprachigen Raum machte Mundart-Rap und Spoken Word live erlebbar.

 

 

9.9. bis 16.11.2014


BS & BL - eine Mesalliance?
Sonderausstellung zur Fusionsinitiative

 

Zur Abstimmung über die Fusionsinitiative zeigte das Dichter- und Stadtmuseum Plakate und Karikaturen zu früheren Wiedervereinigungsabstimmungen. Die Exponate aus dem Nachlass des Liestaler Malers und Grafikers Otto Plattner wurden ergänzt durch Leihgaben aus der Plakatsammlung der Schule für Gestaltung und durch Fotos von Kundgebungen in Liestal zur Nichtgewährleistung der Verfassungsartikel durch den Nationalrat am 10. März 1948.
Ein besonderer Leckerbissen war der Auftritt des vom Radio SRF her bekannten jungen Baselbieter Kabarettisten Reto B. Müller, der an der Vernissage ein eigens für diesen Anlass ausgearbeitetes Programm zur Wiedervereinigungsthematik darbot.

 

 

 

8.2. bis 16.3.2014


ZERBROCHENE TAFELN.
Leiden um Israel und Palästina in Bildern
von JÖRG SHIMON SCHULDHESS

 

Durch das Werk des bedeutenden Malers und Grafikers Jörg Shimon Schuldhess (1941-1992), der 1983-1988 mit seiner Familie in Liestal lebte, ziehen sich unablässig die Fragen nach Auschwitz, Israel und den Konflikten im biblischen Land. Von den Anfängen seines Malens bis zum Ende beklagt er im Bild das Elend der Verfolgten, Vertriebenen, Rechtlosen und beschwört Visionen des Friedens und der Versöhnung.

 

Bereits zum dritten Mal widmete das Dichter- und Stadtmuseum Liestal zwischen dem 8. Februar und dem 16. März 2014 dem Werk des bedeutenden Malers und Grafikers Jörg Shimon Schuldhess (1941–1992) eine Ausstellung. Während sich die bisherigen Ausstellungen auf das Schaffen der Jahre 1983–1988 konzentrierten, als Schuldhess mit seiner Familie in Liestal lebte, ging es in der jetzigen Ausstellung um die Fragen nach Ausschwitz, Israel und den Konflikten im biblischen Land, die sich unablässig durch das Werk des Künstlers ziehen. Sie zeigte auch Werke aus Privatbesitz, die bisher noch nie öffentlich gezeigt wurden.

Heute ist die Thematik aktuell wie eh und je. Gleichzeitig offenbaren Schuldhess‘ ausdrucksstarke Bilder von der Shoah, vom Leiden der Palästinenser, von der Zerstörung der Sinnbilder des Judentums („Zerbrochene Tafeln“, und von der utopischen Verbrüderung der jüdischen und palästinensischen Kultur ihre Zeitlosigkeit, in der technisch virtuosen Gestaltung ihren hohen kunsthistorischen Rang. Davon konnte man sich vom 8. Februar bis zum 16. März im Dichter- und Stadtmuseum Liestal überzeugen.

 

 

23.11.2013 bis 26.1.2014


'Wegbegleiter
'

Ausstellung von Simone Berger

Nach verschiedenen Lebensstationen zurück in Liestal zeigte Simone Berger im Dichter- und Stadtmuseum Liestal eine grössere Auswahl ihrer Arbeiten. Die Ausstellung nahm die Besucher mit auf den Weg, der Simone Berger weit herum geführt hat. 

Die Lebensstationen von Simone Berger waren Liestal, Amsterdam, Taiwan, New York, Mailand und Basel. Die Ausstellung unter dem Titel "Wegbegleiter" nahm die Betrachter mit auf diesen Weg. Ihre Bilder bilden die Welt nicht einfach ab, sondern eignen sie sich auf ihre Art an. In ihren Werken nimmt Simone Berger die Welt für sich in Beschlag, deutet und verfremdet sie und macht sie dadurch zu einem Stück Identität. Diese erarbeitete Geborgenheit ist etwas, was sich auf die Betrachter überträgt, aber durch die Verfremdung gleichzeitig die Widersprüche unserer modernen Welt reflektiert.

Die Motive sind fotografisch eingefangen, auf das Sieb übertragen und mit grosser malerischer Virtuosität auf Stoff, Leinwand oder Holz aufgebracht. Die Motive, darunter auch das Feuer des Chienbesenumzugs in Liestal, werden durch die Maltechnik verfremdet und entfalten in ihren subtilen Farben eine überraschende, poetische Wirkung.
Auch die Aktualität und die Urbanität, die frühere Bilder so eindrücklich geprägt haben, sind in verschiedenen neueren Arbeiten wieder zu finden. Hat Simone Berger früher verschiedene Motive in einzelnen Bildern gefasst und die Elemente zu mehrteiligen Werken zusammengefügt, fand man in der Ausstellung grosse Arbeiten, die diese Vielfalt mit ihren überraschenden Interferenzen in einem einzigen Bild zusammenführten.

 

 


24.8. bis 27.10.2013

 

'Im Dialog mit Zschokke'


Heinrich Zschokke (1771–1848), gebürtiger Preusse und Wahlschweizer, war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einer der einflussreichsten und erfolgreichsten Autoren und Publizisten im deutschen Sprachraum.

Der Ausdruck ‹Hans Dampf in allen Gassen› wurde weithin durch seine gleichnamige Erzählung bekannt und ist – ohne den damit verbundenen despektierlichen Unterton – durchaus geeignet, den Schöpfer selbst zu charakterisieren: Zschokke war ein im Sinne der Aufklärung und des politischen Liberalismus wirkender Philosoph und Volksaufklärer, Schriftsteller und Publizist, aber auch Staatsdiener, Politiker und Wissenschaftler und gilt heute als prägender Vordenker und Wegbereiter der modernen Schweiz.

Das Dichter- und Stadtmuseum Liestal übernahm die vom Stadtmuseum Aarau und vom Forum Schlossplatz konzipierte Wanderausstellung und ergänzte sie mit einem Modul, das sich den vielfältigen Verbindungen Heinrich Zschokkes und von zwei seiner Söhne zum Baselbiet und zu Liestal widmete.

Die Übernahme und Adaption der Sonderausstellung wurde ermöglicht durch den Gönnerverein des Dichter- und Stadtmuseums Liestal.

 

 

 

 

8.1. bis 14.5.2013

Bessarabien retour – Erinnerungen einer Auslandschweizerin

 

An 100 Orten in der Schweiz wurden über einige Jahre verteilt in Koffervitrinen 100 Migrationsgeschichten vorgestellt, begleitet von Objekten, die diese repräsentieren. Nach Gandria und Langenthal war Liestal der dritte Standort!

Die Schweiz war im 19. Jahrhundert ein klassisches Auswanderungsland. Nicht politische Gründe, sondern die Verarmung zwang zur Auswanderung – so auch den Prattler Martin Stohler, der 1804 mit Frau und 9 Kindern nach Russland emigrierte. Der Baselbieter Autor Markus Ramseier hat im Dialog mit der direkten Nachfahrin Elvira Wolf-Stohler die berührende Geschichte der Schweizer Kolonie Schabo am Schwarzen Meer – und der leidvollen Rückwanderung im Gefolge des 2. Weltkrieges aufgearbeitet.

 

 

 

 

 

 


27.2. bis 7.7.2013

Max Braun

Stedtli-Chöpf

Seit 1999 karikiert Max Braun jede Woche eine mit Liestal verbundene Persönlichkeit, sodass im Lauf der Jahre über 700 Porträtkarikaturen entstanden sind. Diese "Stedtli-Chöpf" bieten einen Querschnitt durch die Liestaler Bevölkerung und sind längst zu einer stadtbekannten Institution geworden. Das Dichter- und Stadtmuseum widmete sich dieser einmaligen Reihe in einer Sonderausstellung, die den Dialog zwischen den aktuellen Porträtkarikaturen und der bestehenden Dauerausstellung suchte.

 

 

 

2.11.2012 bis 14.1.2013

So ist es gewesen

- Ein Dialog zwischen Bild & Text

Fotos von Rolf Frei & Haikus von Jürgen Glocker

Die Ausstellung machte den Dialog zwischen dem Schweizer Fotografen Rolf Frei und dem deutschen Autor Jürgen Glocker sichtbar, in dem mal ein Haiku von Glocker, mal ein Foto von Frei die Vorlage bot. Im Sinne von Marcel Prousts Behauptung, dass die Lektüre ein optisches Instrument bereitstelle, mit dessen Hilfe die Leser in die Lage versetzt werden, in ihrem eigenen Leben zu lesen, führten die beiden Künstler die Besucher über den Realismus und die Reportage hinaus in den Weltinnenraum.

Die Präsentation zu den Werken von Rolf Frei und Jürgen Glocker ermöglichte nicht nur einen künstlerischen Dialog, sondern initiierte zugleich ein grenzüberschreitendes Gespräch zwischen Liestal (Baselland), Müllheim (Markgräflerland) und Schopfheim (Wiesental).

 

28.9. bis 16.10.2012

ZeitSchichten

- Themen der Archäologie im Dialog
zwischen Kunst und Wissenschaft 

 

Der Archäologe Reto Marti und der Künstler Bruno Siegenthaler machten sich auf eine poetisch-sinnliche Spurensuche. ZeitSchichten verwob abstrakte Malerei mit archäologischen Strukturen. Jedes der zwanzig Gemälde wurde mit einem kulturgeschichtlichen Thema verknüpft. Lyrische Kurztexte entwarfen ein passendes Stimmungsbild und kurze Essays ermöglichten es, in die jahrtausendealte Geschichte der Menschheit einzutauchen.

 

 

 

15.3. 16.9.2012

Foto by Marco Grob

Max Schneider

- Augenblicke der Leidenschaft 

 

Mit Strohhut, Rucksack und Wanderstock und mit seiner Zeichnungsmappe unter dem Arm, so bleibt er in Erinnerung:  Max Schneider war ein Liestaler Original und gehörte über viele Jahre zum Bild unseres Städtchens. Das Dichter- und Stadtmuseum Liestal würdigte den 2010 verstorbenen Künstler mit einer halbjährigen Ausstellung und zeigte in Zusammenarbeit mit dem Max Schneider Archiv eine Auswahl von starken und eigenwilligen Malereien entlang der thematischen Leitlinie „Augenblicke der Leidenschaft“.


 

 

7.5.2010 – 27.3.2011

doppelzunge - Im Spannungsfeld von Mundart & Hochdeutsch

Ausstellung und Veranstaltungszyklus zum 250. Geburtstag von Johann Peter Hebel

 

Angebote Bildung und Vermittlung

Der Vater der alemannischen Mundartdichtung, Johann Peter Hebel, feierte 2010 seinen 250. Geburtstag. Hebel ist auch für seine hochdeutschen Kalendergeschichten bekannt und gilt deshalb literarisch als erster souveräner Beherrscher der «doppelten Muttersprache» in unserer Region. Aus diesem Anlass näherte sich das DISTL Dichter- und Stadtmuseum Liestal dieser doppelten Muttersprache in einer Sonderausstellung auf sinnliche, lustvolle Art. Die Reibungen und Spannungen zwischen den beiden Systemen unserer Sprache wurden im Rahmen der Ausstellung und eines begleitenden Veranstaltungszyklus genutzt, um über die Begegnung mit Menschen und Texten das Thema von ganz verschiedenen Seiten zu beleuchten und zu vertiefen und einen Einblick in die pulsierende regionale Mundartliteratur und in verwandte Sparten wie Kabarett und Chanson zu geben.

Die Ausstellung wollte die Besucherinnen und Besucher dazu anregen, sich spielerisch und experimentell mit der Sprache zu beschäftigen. Ein Mundart-Test sowie Illustrationen zu einem modernen Hebelkalender sorgten für kreative und amüsante Zugänge zum Thema: munddütsch und schriftart ..

16.5.2009 bis 21.3.2010

«Spurwechsel. Schnecken erzählen globale Geschichten»
2009 fanden aus Anlass des 200. Geburtstags von Charles Darwin in ganz Europa naturwissenschaftliche Veranstaltungen statt, in deren Zentrum die Bänderschnecke stand. Das Dichter- und Stadtmuseum Liestal griff das Thema auf und vertiefte es, indem es die gesellschaftlichen und kulturellen Auswirkungen der von den Naturwissenschaftern beobachteten Vorgänge einbezog: Unbemerkt verändert sich unsere Heimat. Sie wird maschinen- und autogerecht umgestaltet. Viele Tier- und Pflanzenarten werden selten oder sterben lokal aus. So verliert Liestal wie die ganze Schweiz immer mehr einheimische Schneckenarten. Gleichzeitig werden als Folge der intensiven Handelsbeziehungen unbeabsichtigt Schneckenarten von einem Kontinent zum andern transportiert. 
Die Ausstellung liess die Vielfalt und Ästhetik der 105 bekannten Liestaler Schneckenarten sinnlich-emotional erfahren. Das vielfältige Begleitprogramm inner- und ausserhalb des Museums richtete sich an alle Alters- und Gesellschaftsschichten, insbesondere auch an Familien und Schulen. Sie waren eingeladen, Ihre eigenen Fühler auszustrecken, genau hinzusehen, zu hören, zu schmecken – und zu staunen.

Zur Ausstellung ist eine Begleitpublikation erschienen.
Downloads:
Flyer
Kurzfilm

9.11.2007 bis 20.4.2008

«Von Brodtbeck und Bohny zu Otto+Partner. Architektur aus Liestal seit 1901»
Architekturbüros, die seit über einem Jahrhundert ununterbrochen erfolgreich tätig sind, finden sich nur selten. Eines davon arbeitet in Liestal.
Der Gründer Wilhelm Brodtbeck begann seine selbständige Tätigkeit 1901, später stiess Fritz Bohny dazu, dann übernahm Rolf G. Otto die Firma, die heute unter dem Namen Otto+Partner weiter wirkt.
Es ist erstaunlich, mit wie vielen Wohnhäusern, Schulen, Gasthäusern, Kultur-, Industrie-, Sport- und Verwaltungsbauten dieses Büro zur baulichen Entwicklung beigetragen hat, vor allem in Liestal und in der ganzen Region, aber auch schweizweit.
Die Ausstellung im Dichter- und Stadtmuseum stellte auf einer Zeitachse von 1901 bis 2006 ausgewählte, repräsentative Beispiele vor und ordnete diese in die nationale und internationale architekturhistorische Entwicklung ein. Pläne und Karten zeigten die Fülle der bis heute realisierten Bauten. Die Gegenüberstellung von Gebäuden aus verschiedenen Epochen des Büros veranschaulichte, wie sehr sich im Laufe des 20. Jahrhunderts das Bauen verändert hat. Aufschlussreich war auch das Thema «Weiterbauen». In Hörtexten sprachen Bewohnerinnen und Nutzer über die spezifische Architektur, in der sie leben oder arbeiten.

Zur Ausstellung erschien eine Begleitpublikation.

 

13.5. bis 19.11.2006

«Alpenliebe.
Augen- und Ohrenreisen ins helvetische Gebirge»

Von Liestal aus einen Blick aufs Jungfraumassiv werfen oder feurig mit Carl Spitteler und Josef Viktor Widmann für Bergbahnprojekte votieren? Die Sonderausstellung «Alpenliebe» im Dichter- und Stadtmuseum Liestal lud zu literarischen Reisen in die Alpen ein.
Im Zentrum standen Texte von sieben Schreibenden, die zwischen 1830 und 1930 die Alpen bereisten und ihre Beobachtungen auf Papier festhielten. Die verschiedenen Texte tauchten die Alpen in immer wieder neues Licht, eröffneten den Blick der Stadtmenschen auf die Einheimischen oder liessen einen über die Schönheit der Gletscher staunen. Die Ausstellung holte die Berge mit Hörtexten, Bildern und Objekten ins Unterland, verführte zum Reisen und lud dazu ein, die eigene Wahrnehmung der Alpenlandschaft zu ergründen und hinterfragen.

Zur Sonderausstellung erschien eine Publikation.

8.12.2005-12.2.2006

«Die Ergolzreihe. Lyrik und Holzschnitt im Druck»
«die schlüssel verlieren beim umblättern»
– Lyrik von Hans Häring, Verena Rentsch, Magdalena Vogel, Hans Werthmüller, Dieter Fringeli, Marcel Wunderlin, Michael Mildner, Nino Enderlin, Irène Speiser und Heinrich Wiesner: Die Liestaler Druckerei Heinzelmann + Kunz AG brachte zwischen 1964 und 1996 die Ergolzreihe heraus. Neun der zehn schmalen Gedichtbändchen sind mit mehrfarbigen Originalholzschnitten von Hanns Studer, eines von Ruedi Pfirter illustriert. Verleger Hans Kunz gestaltete die gesamte Reihe. Das Resultat ist Buchkunst, die in den 1970er Jahren zweimal zu den schönsten Schweizer Büchern zählte.

15.4.–3.7.2005

«Liestaler Grenzgänge: Mann und Bann»
Warum schreiten die Liestaler Männer Jahr für Jahr am Montag vor Auffahrt ihren Gemeindebann ab? Seit wann gibt es diese Grenzgänge? Wie wird der Brauch ausgeführt? Was steckt beispielsweise hinter Hut, «Maie» und Stock, dem Obolus auf der Trommel, einem «Tschamauchen», dem «Znünihalt» bis gegen ein Uhr und einem «Muff»? Was läuft alles ab im Grünen, unterwegs und bei Weisswein, Schüblig und Gesang? Warum wird eine Fahne mitgetragen, getrommelt, gepfiffen und geschossen auf dem Umgang der vier Rotten? Was ist mit der fünften Rotte? Wo bleiben die Frauen und Kinder? – Was Sie schon immer über den Liestaler Banntag wissen wollten, war in der Sonderausstellung zu erfahren.

5.3.-13.4.2005

«Rotstäbler, vorwärts marsch!
75 Jahre Liestaler Fasnacht mit der Rotstab-Clique»

Eine Sonderausstellung der Rotstab-Clique in Zusammenarbeit mit dem Dichter- und Stadtmuseum Liestal
Die Rotstab-Clique feierte ihren 75. Geburtstag mit einer Ausstellung zu ihrer Vereinsgeschichte rund um die Liestaler Fasnacht: Bild-, Text- und Tondokumente thematisierten das Trommeln und Pfeifen an «Chienbääse», Fasnacht und Banntag sowie die Vielfalt der «Sujets» mit Kostüm, «Larve», Laterne und «Zeedel». Das anspruchsvolle Rotstab-Cabaret setzt seit 1933 kleinstädtische Begebenheiten in witzige Possen um und legt Liestaler Mass ans Weltgeschehen. Gleich nach der Gründung 1930 profitierte das Vereinsleben vom Rotstab-Nachwuchs, von den Frauen erst viel später.
Die Ausstellung fand im Rahmen des triregionalen Projekts
VERRÜCKTE REGIO EN FOLIE statt.

26.10.-19.12.2004

«‹Was hast ererbt von Eltern dein› –
400 Jahre Strübin-Stiftungen in Liestal»

Eine Sonderausstellung des Dichter- und Stadtmuseums Liestal im Auftrag der Strübin-Stiftungen.
1604 errichtete der kinderlose Liestaler Schultheiss Chrispianus Strübin eine Stiftung, die jungen männlichen Strübins eine Ausbildung ermöglichen sollte. Diese älteste noch existierende Stiftung im Kanton Basel-Landschaft wurde 1879 vom Drechsler Johann Strübin ergänzt und auf Liestaler Bürgerssöhne ausgedehnt; seit einer Generation können auch Töchter Stipendien beantragen.
Die Ausstellung stellte Persönlichkeiten aus der Familie vom 15. bis ins 20. Jahrhundert vor, die sich durch besondere Geschenke und Dienste für die Allgemeinheit auszeichneten: Heinrich mit der Burgunderschale 1477, Chrispianus und Johann mit den Stiftungen, die fast 300-jährige Pfarrherrendynastie in Bubendorf-Ziefen, dann den vielseitig tätigen Munzach-Entdecker Theodor sowie den bedeutenden Volkskundler Eduard Strübin.
Die Familie verstand es immer wieder, der Strübin-Becher-Inschrift gerecht zu werden: «Was hast ererbt von Eltern dein, das behalt, und mers gar wol, und fin».

30.4.-31.7.2004

«L’Arca d’Onsernone – Tal der Zuflucht und Inspiration»
Eine Ausstellung des Museo Onsernonese, Loco
Das Onsernone-Tal ist eng verbunden mit dem Leben international anerkannter Künstler, Künstlerinnen und Intellektueller: Es bietet ihnen die Möglichkeit, sich auf die Natur und sich selbst zurückzuziehen. Im Onsernone schöpfen die kreativ und geistig Schaffenden Kraft und finden Inspiration – aber auch Zuflucht. Viele vom Faschismus Vertriebene verschlug es dank gesellschaftlicher Beziehungen in das abgelegene, aber gastfreundliche Tal.

5.12.2003-15.2.2004

«Verstöhntder mi?» -
200 Jahre Alemannische Gedichte von J.P. Hebel
Eine Ausstellung des Museums für Literatur am Oberrhein Karlsruhe, des Museums am Burghof Lörrach und des Dichter- und Stadtmuseums Liestal.
Mit Fotos von Rolf Frei, Weil am Rhein, und dem Markttisch «Die Vergänglichkeit» von Bettina Eichin aus dem Basler Münsterkreuzgang.
Hebels «Alemannische Gedichte» sind 1803 erstmals erschienen. Das feierte die Sonderausstellung im Dichter- und Stadtmuseum Liestal, die in Zusammenarbeit mit dem Museum für Literatur am Oberrhein Karlsruhe und dem Museum am Burghof Lörrach entstand. Leben und Werk des Dichters, die Thematik der «Alemannischen Gedichte» und ihre breite Rezeption wurden vorgestellt. Bettina Eichins «Vergänglichkeits»-Tisch und Fotos von Rolf Frei schufen subtile Bezüge zwischen Hebelscher und heutiger Welt – Freis Fotos auch in der Publikation «Verstöhntder mi no?» mit Mundartlyrik von Hebel und anderen.

Zur Sonderausstellung erschien eine Publikation.

 

22.10.-30.11.2003

«Lire sans frontières – Lesen ohne Grenzen»
Eine Foto-Ausstellung der Kantonsbibliothek Baselland im Dichter- und Stadtmuseum. Die dreissig besten Fotoarbeiten des trinationalen Wettbewerbs wurden in Weil am Rhein, Liestal und Sélestat gezeigt.

 

4.6.-12.10.2003

«bauern begehren auf. baselbieter gedenken 1653ff.»
Vor 350 Jahren forderten die Baselbieter Untertanen von den städtischen Herren bessere Schutz- und Wirtschaftsbedingungen. Dem Aufruhr begegnete die Stadt mit übertriebener Härte. Die Erinnerung an die sieben Hingerichteten lebte immer wieder auf in den Auseinandersetzungen mit der Stadt und wurde sogar in Denkmälern gefasst.

21.2.-27.4.2003,

verlängert bis Mitte Mai

«Vernehmbares Selbstgespräch.
Jörg Shimon Schuldhess: Bilder aus der Liestaler Zeit 1983–1988»
Der in Basel geborene Künstler Schuldhess (1941–1992) ist häufig gereist und hat an vielen Orten der Welt gelebt. Von 1983–88 auch in Liestal. Hier entstandene Bilder thematisieren Leid und Ungerechtigkeit anderswo, in Palästina, Indien, China. Die ausgestellten Werke mit ihren je eigenen Geschichten sind in der Region Liestal geblieben. Sammler und Besitzerinnen stellten ihre Beziehung zu den eigenen Bildern dar.

 

21.9.2002–26.1.2003

«Ein fabelhaftes Geschenk.
Sechs Generationen lesen Kinderbücher,
1845 bis 2000»
Eine Ausstellung des Dichter- und Stadtmuseums anlässlich des IBBY-Kongresses in Basel.

Was haben Kinder früher gelesen, was lesen sie heute?
Die Ausstellung präsentierte Vertreterinnen und Vertreter von sechs Generationen seit 1845 und zeigte ihre liebsten Kinderbücher: Carl Spitteler aus Liestal (1845–1924), Ricarda Huch aus Braunschweig (1864–1947), Hilde Elsenhans aus Waldkirch (*1899), Marianne Strübin aus Liestal (*1919), Dominik Wunderlin aus Liestal (*1953)
und die Klasse 4c des Liestaler Mühlemattschulhauses (*1992/1993). Eine Vielfalt wunderschön illustrierter, seltener oder billig produzierter und «abgeliebter» Objekte wurde mit Leseerinnerungen kommentiert.
Leihgaben aus der Kinderbuchsammlung Elisabeth Schindler-Holzapfel des Museums der Kulturen Basel vertieften dazwischen die historische Entwicklung des Kinderbuchs, die Illustrationskunst, einzelne Buchgattungen. Den Lokalbezug leisteten nicht nur die hauptsächlich in Liestal aufgewachsenen Lesenden, sondern auch Einblicke in das hiesige Kinderbuchschaffen.

4.5.–8.9.2002

«schweiz – total.
Die Eidgenössischen Turnfeste von 1832 bis 2002»
Eine Ausstellung des Schweizer Sportmuseums, Basel, im Kantonsmuseum Baselland und im Dichter- und Stadtmuseum Liestal.

Ein Festzelt im Kantonsmuseum
Wiesen, Turngeräte, Festplätze mit Zelten und Bänken gehören zum Erscheinungsbild der Eidgenössischen Turnfeste. Sie bildeten auch die Grundlage für die Ausstellung im Kantonsmuseum Baselland. Ein Rasenteppich, erstaunliche Turngeräte, Festbänke, eindrückliche Fotos, amüsante Filme und überraschende Trophäen liessen die Atmosphäre der Turnfeste aufleben. Neben dem speziellen Umgang mit Festlichkeit, Genuss und Trunkenheit zeigte «schweiz – total» auch die mitunter leidvolle Geschichte des Frauenturnens und das nicht immer konfliktfreie Verhältnis der Turnerverbände untereinander.

Der poetische Klang im Dichter- und Stadtmuseum
Künstlerische, poetische und musikalische Aspekte der Eidgenössischen Turnfeste präsentierte das Dichter- und Stadtmuseum Liestal: Festkarten, Plakate, Stadtdekorationen, Unterhaltungsprogramme und Festreden. Dabei wurde der Weg vom freisinningen, politisch motivierten Turnbetrieb der ersten 150 Jahre zum Breitensport unserer Zeit deutlich. Die offizielle, meist heroische Festgrafik wurde durch zahlreiche Karikaturen, die eben diese Grafik verulken und durch humoristische Verse auf eine erfrischende Weise relativiert.

 

9.6.2001–21.4.2002

«Liestal aus der Vogelschau. Fotografien von Hans Leu»
Die erste Wechselausstellung zeigte Werke des Liestaler Fotografen Hans Leu (1925-2007), der seine Stadt immer wieder aus der Vogelschau fotografierte und dafür den Turm der Stadtkirche und zahlreiche Kräne bestieg. Die Schwarzweiss- und Farbfotografien fangen das Bleibende und den zum Teil einschneidenden Wandel im Stadtbild ein.